Was ist Miscanthus?

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Chinaschilf stammt ursprünglich aus Südostasien (u.a. China, Japan und Korea), wo es in subtropischen bis subarktischen Klimabereichen vorkommt. Erst 1935 wurde eine spezielle hochwüchsige Sorte, Miscanthus x giganteus, von Japan über Dänemark nach Mitteleuropa eingeführt. Die Miscanthuspflanze, botanisch Miscanthus x giganteus ist die Zukunftshoffnung auf dem Markt der erneuerbaren Energien sowie eine überaus attraktive Pflanze für die Gartengestaltung.

Miscanthus ist eine wärmeliebende Pflanze, die in ihren Ansprüchen dem Energiemais ähnelt. Nach bisheriger Erfahrung können Miscanthusbestände nach ihrer einmaligen Anpflanzung 25 Jahre und länger Biomasse produzieren, ohne dass ein Ertragsrückgang zu verzeichnen wäre. Erträge von ca. 20 Tonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr in Maislagen sind realistisch. Die Verwendung des Ernteguts ist derzeit noch zum überwiegenden Teil die Verfeuerung in Hackgutheizungen oder Biomassewerken, aber auch als Baustoff findet Miscanthus zunehmend hochwertige Verwendung.

Weitere Informationen zu Miscanthus

  • Gräserart wie Mais und Getreide; gehört zu den Großgräsern, in Asien weit verbreitet; wird bei uns über 3m hoch; Schilfart, wächst jedoch nicht im Wasser, sondern auf normalem Boden.

 

  • C4-Pflanze wie der Mais; kann durch das Vorhandensein eines bestimmten Enzyms das CO² in der Assimilation besser verwerten als andere Pflanzen, daher das starke Wachstum.

 

  • Treibt aus Wurzelstöcken („Rhizom“-Stöcken) alljährlich neu aus und muß daher nicht – wie die meisten Kulturen – jedes Jahr neu gepflanzt bzw. ausgesät werden, daher Ersparnis der jährlichen Kosten für Saat – bzw. Pflanzgut sowie der Kosten für die Bodenbearbeitung.

 

  • Pflanzung - mittels Fräse oder Zinkenrotor werden etwa fingergroße Rhizomstücke aus der Erde gebracht.      Die Pflanzung erfolgt wie bei Kartoffeln mittels halbauto-matischer Legemaschine.

 

  • Unkrautbekämpfung: nur in den ersten beiden Bestandsjahren nötig. Mittel wie bei Mais anwendbar; ab dem dritten Jahr fallen so viele Blätter ab, dass der Boden völlig bedeckt wird und andere Pflanzen nicht aufkommen können.

 

  • Düngung: nicht nötig! Die 1989 angelegten Versuchsflächen wurden bisher noch nie gedüngt ohne nennenswerten Ertragsrückgang; kleine Stickstoffgaben erhöhen den Ertrag, kleine Kaligaben verbessern die Stängelfestigkeit; bei Pflanzung wenig düngen!

 

  • Ernte: die Pflanzen bleiben über Winter am Feld stehen, sie sterben durch Frost ab, die Blätter fallen ab; geerntet wird daher hauptsächlich Stängelmasse; die Stängel sehen aus wie dünner Bambus; Im Frühjahr (vor dem Wiederaustrieb) ist anzunehmen, dass das Material genügend trocken für die Lagerung ist (unter 20 % H²O), dann wird mittels selbstfahrender Feldhäcksler geerntet; in einer Stunde ist ein Hektar abgehäckselt d.h., dass in einer Stunde das gesamte Brennmaterial für eine Heizperiode vom Feld in den Hof gebracht werden kann!.

 

  • Lagerung, Verwertung: das Häckselgut wird in einem Vorratsbehälter (Art Silo) gelagert und in einer Hackschnitzelfeuerung geheizt; es eignen sich nicht alle Fabrikate, weil sie aus dem hohen Siliziumanteil (sowie bei Getreidestroh) bei der Verbrennung Schlacke bilden kann.

 

  • Das Stengelmaterial weist eine sehr hohe Energiedichte auf: nur 2.23 kg mit 14 % H²O können ein Liter Heizöl „extra leicht“ ersetzen; da in guten Lagen etwa 16.000 bis 20.000 kg Trockenmasse pro Hektar geerntet werden können, kann theoretisch Brennstoff im Ausmaß von 8.000 bis 10.000 l Öl/ha erzeugt werden; zieht man Verluste ab (Staub, Schwund usw.), sind 7.000 l Heizöl/ha als Energieäquivalente realistisch; Brennwert und Abgasverhalten entsprechen jenem von Laubholz.

 

  • Man nimmt derzeit an, dass diese Kultur 25-30 Jahre lang ertragsfähig bleibt; die Auflösung eines Bestands ist möglich (erprobt).

 

  • Man kann mit Miscanthus CO²-neutral und sehr kostengünstig heizen; es erfolgt eine namhafte Wertschöpfung im Inland, das Geld bleibt in der Region, am Hof; diese Kultur ist daher als sehr ökologisch und als sehr ökonomisch einzustufen!

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Verwendung von Miscanthus

- Heizmaterial 

- Einstreu (bsp. Pferde, Hühner)

- Mulchmaterial für Gartenbau und Gemüseanbau

- Gartengestaltung (Zierpflanze, Sichtschutz u.ä.)

- Dekoration, Floristik